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TU Berlin

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LaViArt - Fachgebiet Mechatronische Maschinendynamik wird Ort im Land der Ideen

Donnerstag, 14. April 2011

Kerstin Kracht befestigt einen Gemäldedummy an einer Vorrichtung zur Schwingungserzeugung
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Übergabe der Urkunde an den Fachgebietsleiter Herrn Prof. von Wagner durch Staatssekretär Herrn Dr. Meng
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Die Initiative „365 Orte im Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ehrt Projekte bzw. Ideen, die sich durch 'besonderen Einfallsreichtum, schöpferische Leidenschaft und visionäres Denken' auszeichnen. Nun wird erneut ein innovatives Forschungsprojekt der Fakultät zum Preisträger gekürt: Frau Dipl.-Ing. Kerstin Kracht untersucht im Rahmen ihrer Dissertation am Fachgebiet Mechatronische Maschinendynamik bei Prof. von Wagner, wie mechanische Schwingungen auf Ölgemälde wirken. Das Ziel ist die Bestimmung von Kennwerten, die u.a. Aussagen über den Schädigungszustand von Gemälden erlauben. Das Forschungsprojekt trägt den Titel LaViArt und wurde mit Mitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) teilfinanziert. Ein Tag der Offenen Tür findet anlässlich der Auszeichnung am 30. November 2011 am Fachgebiet Mechatronische Maschinendynamik statt.

Bisher werden zur Beurteilung von Beschädigungen an Gemälden Be- und Durchleuchtungsverfahren angewandt. Diese liefern jedoch keine sicheren Aussagen über den Zustand des Gemäldes und erlauben auch keine Vorhersagen über einen möglichen weiteren Schädigungsverlauf. Durch die Arbeit von Frau Kracht werden Restauratoren in die Lage versetzt, präzisere Aussagen über den Zustand eines Gemäldes zu treffen und Entscheidungen über restauratorische und konservatorische Maßnahmen auf Grundlage vergleichbarer Parameter zu treffen. Wichtig ist auch, dass die Transportfähigkeit der Gemälde besser eingeschätzt werden kann.

In Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin wurden Gemäldedummies mit Maltechniken, die denen der alten Meister entsprechen, hergestellt und stufenweise durch die Lagerung bei erhöhter Temperatur künstlich gealtert. Durch Belastungstests wird ein Abblättern der Farbe verursacht, und die Gemälde werden dabei wiederholt schwingungstechnisch untersucht. Zu diesem Zweck wurde für das Projekt ein spezieller Prüfstand entwickelt. Mit ihrer Forschung betritt Frau Kracht weitestgehend Neuland. Dazu angeregt wurde sie durch ein Praktikum im Amsterdamer Van-Gogh-Museum, wo sie die Auswirkungen von Technokonzerten in der Umgebung auf die unbezahlbaren Kunstschätze untersuchte.

Frau Kracht studierte Physikalische Ingenieurwissenschaft und wurde 2007 für die beste Diplomarbeit einer Studentin in den natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Fächern an der TU Berlin ausgezeichnet. Ihre Forschungsarbeit weckte bereits das Interesse der Medien, unter anderem berichtete Spiegel-Online, und in der Berliner Abendschau des RBB erschien ein Fernsehbeitrag.

Die Fakultät gratuliert Frau Kracht und dem Fachgebiet Mechatronische Maschinendynamik herzlich zu dieser Auszeichnung!

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