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TU Berlin

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Amtsantritt von Prof. Dr. phil. Klaus Gramann

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Im Institut für Psychologie und Arbeitswissenschaft hat im Juli 2012 Herr Prof. Dr. phil. Klaus Gramann seinen Dienst im Fachgebiet „Biopsychologie und Neuroergonomie“ angetreten.

Herr Prof. Dr. Gramann studierte in Gießen und Aachen Psychologie bevor er in diesem Fach im Jahr 2002 an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule promovierte. Fünf Jahre später habilitierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Es folgte ein langjähriger Aufenthalt an der University of California, in der Herr Prof. Dr. Gramann an der Entwicklung einer neuen mobilen Bildgebungsmethode mit Elektroenzephalografie (EEG) und Bewegungsmessung sowie der Anwendung neuer datengeleiteter Analysemethoden für die Auswertung hochkanaliger EEG-Daten gearbeitet hat. Die Methoden wurden in verschiedenen Forschungsprojekten zur räumlichen Orientierung während der Steuerung von „unmanned aerial vehicles“ sowie zur Erforschung von „situational awareness“ in komplexen mobilen sowie stationären Kontrollstationen eingesetzt. Weiterhin lehrte Prof. Dr. Gramann als Gastprofessor an der National Chiao Tung University in Taiwan wo er an der Integration der mobilen Bildgebungsmethode mit einem Fahrsimulator sowie an der Vorhersage räumlicher Orientierung anhand spezifischer Aktivierungsmuster des Hirns arbeitete. Im Rahmen einer Vertretungsprofessur forschte er an der Universität Osnabrück in den Bereichen taktiler Navigationsdisplays und Internet-basierter Diagnostik räumlicher Orientierungsleistungen. An der Technischen Universität Berlin war er im Frühjahr dieses Jahres bereits als Gastprofessor für das Fachgebiet „Biopsychologie und Neuroergonomie“ tätig. Im Zuge der Wiederbesetzung hatte das ehemalige Fachgebiet „Biopsychologie“ durch die Aufnahme des Arbeitsbereiches „Neuroergonomie“ einen stärkeren anwendungsbezogenen Fokus erfahren.

Die Schwerpunkte der Forschungsarbeiten von Herrn Prof. Dr. Gramann liegen demnach in den „Kognitiven Neurowissenschaften“ und der „Neuroergonomie“. Sie betreffen vornehmlich die Raumkognition und die visuelle Aufmerksamkeit. In den Arbeiten zur Raumkognition werden die neuronalen Grundlagen räumlicher Referenzsysteme und deren Einfluss auf räumliche Orientierungsleistungen, individuelle Unterschiede in der Nutzung von Referenzsystemen, die Vorhersage räumlicher Orientierung anhand neuronaler Dynamik sowie die Unterstützung räumlicher Fähigkeiten über multimodale Displays untersucht. Ziele dieser Forschung liegen in der Verbesserung von Navigationsdisplays im Automotive-Bereich sowie in der Entwicklung von Nutzer-zentrierten Navigationshilfen für ältere Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten. Im Rahmen der Untersuchung der visuellen Aufmerksamkeit werden die neuronalen Grundlagen der visuellen Suche analysiert - einschließlich des Einflusses multimodaler Informationsverarbeitung auf Aufmerksamkeitsprozesse und der neuronalen Korrelate kritischer Reizdimensionen. Ziele dieser Forschungsansätze liegen in der Bewertung und Verbesserung von Mensch-Maschine-Systemen sowie der Entwicklung von Brain-Computer-Interfaces für eine einfachere Nutzung komplexer Systeme.

Methodisch wird Herr Prof. Dr. Gramann primär mit dem Elektroenzephalogramm mit neuen datenbasierten Analysemethoden arbeiten. Auf diese Weise lässt sich zuverlässig die den kognitiven Prozessen zugrundeliegende Hirndynamik analysieren. Eine weitere Forschungsmethode ist die „Mobile Bildgebung hirndynamischer Aktivität“ (mobile brain/body imaging; MoBI), die über eine Integration psychophysiologischer Methoden mit Bewegungsmessungen die Analyse von kognitiven und motorischen Aspekten natürlicher Handlung im realen Raum erlaubt. Diese Methode soll in Zukunft die Messung von Hirnaktivität in realen Umwelten während natürlichem Verhalten erlauben und die bis dato vorherrschende traditionelle Bildgebung ablösen, die keinerlei Bewegung der Probanden erlaubt. Damit kann menschliche Hirnaktivität während der Interaktion von Nutzern mit Systemen jeglicher Art ausgewertet und zur Analyse der menschlichen Beanspruchung während der Arbeit genutzt werden. Darüber hinaus erlaubt die Messung und Analyse menschlicher Hirndynamik während aktiver Bewegung die Steuerung von Prothesen und Orthesen und kann somit wichtige Beiträge für die Rehabilitation von Bewegungsstörungen wie z. B. nach einem Schlaganfall liefern.

Die Fakultät wünscht Herrn Prof. Dr. Gramann einen gute Start!

 

 

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