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Fakultät Verkehrs- und MaschinensystemeProfessor Dr.-Ing. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr.-Ing. Günter Spur verstorben

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Professor Dr.-Ing. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr.-Ing. Günter Spur verstorben

Prof. Dr.-Ing. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr.-Ing. Günter Spur
Lupe

Am 19. August 2013 verstarb im Alter von 84 Jahren Professor Dr.-Ing. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr.-Ing. Günter Spur.
Günter Spur war national und international ein herausragender und hoch anerkannter Wissenschaftler und Hochschullehrer. Acht Ehrendoktorwürden, eine Ehrenprofessur und zahlreiche Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Akademien zeugen davon. Von 1966 bis 1997 leitete er das Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb (IWF) der Fakultät. Von seiner Gründung im Jahr 1976 bis 1997 führte er auch das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK).

Über Jahrzehnte wirkte er maßgeblich in den Produktionswissenschaften auf nationaler und internationaler Ebene. Das Zusammenspiel von Grundlagenforschung und industrieller Anwendung war ihm stets ein besonderes Anliegen. Viele der ehemaligen Doktoranden, die er während der Promotion begleitete, sind heute ebenfalls Universitäts-Professoren im In- und Ausland. Damit wurde eine Generation von produktionstechnischen Wissenschaftlern gegründet und der Grundstein für eine aus der TU Berlin erwachsene ‚Berliner Schule‘ der Produktionstechnik gelegt.

Günter Spur war Mitglied im Vorstand der acatech, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Für seine Verdienste um die Produktionswissenschaft wurde er unter anderem mit der Helmholtz-Medaille und der Ehrenmitgliedschaft der TU Berlin sowie der Ehrenmitgliedschaft der Fraunhofer-Gesellschaft ausgezeichnet. Im Zeitraum von 1991 bis 1996 war Günter Spur der Gründungsrektor der TU Cottbus, später Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Bis zuletzt engagierte er sich auch im Verwaltungsrat der Gesellschaft von Freunden der TU Berlin. 1984 bekam er das „Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ und 1988 den Verdienstorden des Landes Berlin.

Günter Spur studierte von 1948 bis 1954 an der Technischen Hochschule Braunschweig Maschinenbau mit der Fachrichtung Fertigungstechnik. Nach einer kurzen Industrietätigkeit bei Gildemeister kehrte er zur TH Braunschweig zurück und wurde dort 1960 zum Thema „Beitrag zur Schnittkraftmessung beim Bohren mit Spiralbohrern unter Berücksichtigung der Radialkräfte“ promoviert. Es schloss sich eine erneute Tätigkeit bei Gildemeister an, bei der er schließlich im Range eines Konstruktionsdirektors für einige wichtige technische Neuerungen an Drehmaschinen verantwortlich war. 1965 wurde er zum Professor für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik an der TU Berlin berufen und leitete fortan bis 1997 das IWF. Schon mit der Gründung des Instituts im Jahre 1904 legte Georg Schlesinger, ein Pionier der wissenschaftlichen Betriebsorganisation, die Leitlinien der praxisorientierten Forschung. Günter Spur führte in wenigen Jahren das IWF zu einer erheblichen Steigerung der Forschungstätigkeit und gründete 1976 das IPK, um die industrienahe Forschung und Entwicklung auszubauen.

Das weitere Wachstum beider Institute machte einen Neubau erforderlich. Das Produktionstechnische Zentrum (PTZ) am Spreeknie nördlich vom Ernst-Reuter-Platz, auch „Fabrik der Zukunft“ genannt, wurde 1986 bezogen. Dort sind heute weit mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Forschung, Lehre und industrieller Entwicklung tätig. Im Umfeld des Doppelinstitutes aus IWF der TU Berlin und IPK sind rückblickend 42 Firmengründungen zu verzeichnen. Günter Spur leitete das TU-Institut, das Fraunhofer-Institut und das PTZ bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1997.

Die Fakultät trauert um einen herausragenden Wissenschaftler und Hochschullehrer. Sie wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

 

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