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TU Berlin

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Prof. Mnich plant Transrapid auf Teneriffa

Donnerstag, 27. Januar 2011

Lupe

Bislang ist die in Deutschland entwickelte Magnetschwebebahn Transrapid nur in Shanghai im Einsatz. Das könnte sich bald ändern. Der Präsident Teneriffas hat eine Machbarkeitsstudie zur Magnetschwebebahn in Auftrag gegeben. An dieser Studie, die im Frühjahr vorgelegt werden soll, ist Prof. Peter Mnich beteiligt, Geschäftführer der "Institut für Bahntechnik GmbH" und Leiter des Fachgebiets "Betriebssysteme elektrischer Bahnen" an der Fakultät V. Partner in der Planungsgemeinschaft „Maglev Tenerife" ist das Ingenieurbüro Vössing Düsseldorf.

Prof. Mnich sieht insbesondere im bergigen Gelände Teneriffas einige Vorteile der Magnet-schwebetechnik gegenüber herkömmlichen Eisenbahnen: Konventionelle Züge können die Berge nicht hochfahren (Steigungen max. 4 Prozent), für sie müssen teure Tunnel gebaut werden. Für den Transrapid ist es hingegen kein Problem, Steigungen bis zu 10 Prozent zu überwinden.

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Der Transrapid soll den Norden der Insel mit dem Süden verbinden. Die Fahrzeit zwischen Santa Cruz und dem 80 Kilometer entfernten Las Américas verkürzt sich von rund zwei Stunden mit dem Auto auf etwa 34 Minuten bei Halt an allen Stationen. Eine Expressfahrt etwa 24 Minuten. Eine Verbindung der beiden Flughäfen Nord und Süd ist inbegriffen. Insgesamt soll der Transra-pid dreizehn Stationen auf der etwa 120 Kilometer Strecke anfahren. Die Kosten des Projekts werden auf rund drei Milliarden Euro geschätzt.

Teneriffa ist von der Fläche etwa 2,3 -fach der Fläche Berlins. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 1 Mio. Die Anzahl der Touristen liegt bei etwa 5 Mio. pro Jahr. Die Autodichte liegt bei etwa 800 Pkw auf 1000 Einwohner (Berlin etwa 450). Teneriffa hat eine neue Autobahn und seit 2007/09 zwei moderne Straßenbahnlinien von insgesamt etwa 16 km Gesamtlänge. Im Vergleich dazu hat Berlin 22 Linien von etwa 190 km Straßenbahnstrecken. Dazu kommen noch 145 km U-Bahn und 322 km S-Bahn-Strecken. Die erste Eisenbahnstudie auf Teneriffa stammt aus dem Jahr 1889.

Neben seiner Lehrtätigkeit an der TU Berlin ist Prof. Mnich Gastprofessor an der TU Nanjing (Nanjing University of Science and Technology, NJUST), und nimmt Lehraufgaben am Chine-sisch-Deutschem Hochschulkolleg (CDHK) und an der der Tongji Universität Shanghai wahr. Er arbeitet an diversen Bahntechnikprojekten in Deutschland, in Brasilien, in Spanien und in China. Im Dezember 2010 ist Prof. Mnich in China zum „Technischen Berater" des Eisenbahnbüros der Provinz Jiangsu ernannt worden. Die Provinz Jiangsu (Fläche etwa 1/3 Deutschlands, aber Einwohnerzahl in der Größenordnung Deutschland, etwa 80 Mio.) gehört mit der Provinz Zhe-jiang und dem Stadtstaat Shanghai, das sogenannte Changjiang-Delta-Gebiet (Einwohnerzahl von etwa 140 Mio.) zu den am besten wirtschaftlich und verkehrlich entwickelten Regionen Chinas. Dabei nimmt die Provinz Jiangsu mit den Eisenbahnlinien (Hochgeschwindigkeits- und InterCityverkehr) zwischen der Provinzhauptstadt Nanjing und Shanghai eine Schlüsselrolle ein.

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